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Cabanova
1.Alpmütters Wortkinder 2.Blut von eurem Blut 3.Ver-fehl-ung 4.Im Aug des Dolches 5.Tief unterm Leben 6.Stirb! 7.Hinter den Hügeln der Zeit Ninai
A lpmütters Wortkinder Blutblumen blühn in Wunden, wiegen sich in Flammenmeeren kalter Furcht, wo Feuerstifte Eiskristalle malen; Inseln der Stille ins Schreien der Nacht. Gedanken bersten in geschlossenen Herzkammern, ritzen blutende Worte ins pochende Hirn. Farben brechen in zerschnittenen Augen; Fragmente erlöschender Wirklichkeit. Im Schaudern zerfetztliebter Haut. Der Geist gebiert ein mageres Gedankenkind, das gallengelbe Wörter ins hohle Hirn kotzt; Schleimige Ausgeburten angstgeschwängerter Alpmütter. B lut von eurem Blut In ihren Adern fließt euer Blut, eure Fürsorge, eure Angst und Wut. Dies Blut, es wollte ihr entfliehn, Sie sieht alte Narben ihr Land durchzuziehen. Sie kann sie nachzeichnen auf ihrer Haut, Schmerz, der sich offenbahrte, ohne jeden Laut. Hier steht all das geschrieben, was ungesagt ist, und ihr Geheimnis geblieben. Unverzeihlich, was sie endlich gewagt, als sie manch Wahrheit eine Stimme gab. Wie hässlich muss sie für euch sein, der Spiegel aufgedeckter Pein. Aus ihr ruft der Abgrund. Sie ist die Revolte, und all das, was sie niemals sein sollte! Vater, komm schrei! Schrei, was du kannst! Bis sie keine Worte mehr hat, ihre Angst. Ja, ihr müsst sie strafen, den Blick abwenden, schnell die Schleier des Vergessens senken. Ihre Tränen gelten nicht euch, nein, nur dem, was ihr hättet können sein, ihr und einander, alldem, was ihr niemals ward und dem Verlust dessen, was ihr nie gehabt. Denn Liebe bleibt ein leeres Wort, an jenem Macht bestimmten Ort, an dem Ängste die Gesetze geben, und ergeben wir nach ihnen leben. Mutter, dein Zuhause ist ein Traum, Lügen schaffen ihm Sicherheit und Raum. Und sie, die Marionette in eurem Spiel, Teil eurer Scheinrealität, deiner Flucht Ziel, bleibt euch Fremde, jetzt und immerdar, denn ihr Schmerz ist allzu _wahr. V er-fehl-ung Schatten Wie du dich zu mir hinüberbeugst Mir in die Seele sinkst Nachtverweht und kalt Wie der Nordwind Mein Atem Den ich dir zuhauche Einen Kuss Auf dein verstreutes Grau Die Hände gefesselt mir In deiner Güte Sterb ich dir ins Herz Meine Gedanken Dir in den Kopf Staub um die Lippen Ersticktes Sehnen Verrußtes Hoffen Wo sind die Farben hin Die mit Gewissheit Feuer malten? I m Aug des Dolches Da ist er wieder, der glühende Dolch, der mein Land zerteilt hat, Schaut mich an wie ein hungriges Auge. Das einzige Leuchten in der Dunkelheit. Und Flügel sind schwer vom Tränenfluss des Himmels, Verbrannt vom roten Auge der Sonne, Zerfroren im silbernen Blick des Mondes, Schwer vom Morast der Erde. Mich frierts am Rand der Welt. Kein Gott der Träume, der mir seinen Mantel des Schutzes umlegt. Nur tiefes Schweigen wie zerbrochenes Glas, an dem Laute zerspringen. Wer hat mich hierher geführt? Die Lippen mit dem Nektar blutender Rosen bedeckt, deren Dornen meine Brust umranken, deren Wurzeln meine Füße umschlingen. Ich schau in das glühende Auge des Dolches, in dem das Herz dieses Reiches schlägt und weiß meine Zunge spricht aus seiner dunklen Seele. T ief unterm Leben Ich falle und falle In ein Geheimnis das niemand mehr kennt nicht mal mehr ich hoch oben die glitzernd blaue Oberfläche über der mein Leben atmet doch ich bin hier unten im leisen Rauschen eines Meeres das kein Licht braucht es verschließt mir die Sinne und wiegt mich in Stille und legt sie mir in den Mund der nicht mehr zu sprechen braucht weil er nichts mehr sagen möchte S tirb! Flammenmeere sollen die Wiesen Blühender Hoffnung niederbrennen. Eine Wunde soll das Land dieses Lebens spalten, So tief, dass sie das Leben selbst verschlingt. Die Zukunft soll Freiheit sein, kein Zustand Des Verweilens in geknebelten Wünschen. Sie verdienen das Leben nicht, wenn ihr Vater Selbst sie nicht erfüllt sehen will So töte ich sie, töte ich -dich- in mir, Und dein Tod wird mir neues Leben sein. H inter den Hügeln der Zeit Es ist so dunkel, in manchem Meer der Stille, das aus dem Herzen strömt. Die Seele so leer wie die Spiegelung an seiner Oberfläche. Der tote Widerschein von Schönheit, die man nur sehen, nicht erfühlen kann. Schwärze senkt sich über das Meer. Eine Nacht, die nur das Licht des roten Mondes kennt, das wie Blut vom Himmel tropft und in meine Augen fällt. Doch horch! Leise leise perlen Melodien aus der Stille wie Tropfen von noch nicht erblühten Rosen. Und ich weiß um eine Vielfalt der Farben Hintern den Hügeln der Zeit -wartend- sich zu entfalten wie ein Fächer, der dir seinen Lebensatem zuhauchen will! . .
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