1.Hinter der Schwelle 2.Wellen- Spiele 3.Tempel der Erinnerung 4.Tempel der Erinnerung II. 5.Das Erwachen 6.Die blaue Blume 7.In Morpheus Armen 8.weil ich dich liebe. 9.Augen aus Feuer und Wasser 10.Mondblüte 11.Blaue Sinne 12.Tanz des Vergessens 13.Vergänglichkeit 14.Sonnenkinder 15.Lebensbilder 16.In Feuer und Wasser 17.Musik der Seele 18.Dem Himmel entgegen 19.Die vier Elemente Ninai
H inter der Schwelle Wie Kinder sind wir, Nebelkinder vor der Lichtgebärenden Pforte Die Füße ins Moos gegraben, eine Hand zaghaft in eine Lichtwolke getaucht. Spiralen der Sehnsucht zeichnend. In sich verlierende Winde. Das Haupt halb im Himmel. Sehenden Herzens, suchenden Blickes. Herzen schlagen im Gleichklang, in der Ungewissheit, im Hauch des tiefen Atems Worauf wartest du? Worauf warte ich? Gemeinsam tasten wir uns vorwärts, durch Gedankenkatakomben, die Höhlen unserer Herzen, im ewigen... Anbeginn. Du tauchst die Finger tief in Farbtöpfe und malst mir bunte Visionen auf die Stirn. Andere Welten, andere Lieder. Flechtest dir Melodien ins Haar, die nach Heimat klingen. Sag, was ist hinter der Schwelle? W ellen-Spiele Da war ein leises Wispern, das der Wind durchs Geäst schickte, ein Flüstern, das vom Meer hinüber wehte, ein Lied aus seinen Tiefen, das mich rief. Ich fand eine Antwort, in den Sand gezeichnet, von zärtlicher Wellenhand. Woge um Woge, die den Sand überspült, um wieder zu entfliehen Wie zwei Liebende, die einander necken; die Meerin haucht einen Kuss auf die Lippen des Landes und entschwindet ihm schneller, als es diesen erwidern kann. So schweigt das Land wie ein geduldig Liebender, wartend auf die feuchte Umarmung der Meerin, bis sie ihn aufnimmt in ihr dunkles Wellenspiel. Doch es ist Ebbe. Der Himmel umwölkt. Ich sitze am Rande und lecke mir das Salz der Erinnerung von den Lippen, während der Wind Wolkenbilder in den Himmel malt. Der erste Tropfen löst sich aus dem Azurblau, dem Fallen preisgegeben. Einer Träne gleich, die dem Farbenspiel der Augen entgleitet, die Wärme der Wange verlierend Ich fühle sie an träumender Klippe zerschellen. . T empel der Erinnerung Mein Herz schreibt verschlungene Worte in den Wind, baut Treppen in den Himmel und zu Dir. Feuerschlangen und Wasserblumen. Ein Perlen, Ranken, Drängen, Brennen und Fließen. Tausende von Wegen ins Nichts. Hitze, die wallt, Stufe und Stufe hinab in die verwucherten Tempel der Erinnerung. In der Höhle Deiner Hand verklingt mein Lied. Immer nimmer wieder. T empel der Erinnerung II. Leis klingt wieder ein Lied aus deiner dunklen Tiefe, dort, wo alte Feuer brennen, im ewigen Anbeginn. Efeu rankt sich, umarmt das alte Wurzelreich allen Lebens. Ein Zittern geht durch die Äste, in die keine Hand mehr reicht. Eine doppelzüngige Schlange malt Feuerspuren in den Sand der Urzeit. Verlorene Wörter, verlorene Lieder, um die niemand mehr weiß. Und jenseits, da lächeln vergessene Lippen, vom Verlangen geküsst. Geschlossene Augen träumen Ascheträume, verschlungene Leiber sinken selig dem Sterben entgegen. Im Blinzeln ein Stück Himmel erhaschend. Und irgendwo, da ahnt das Ohr im Wind ein leises Lied. Die Schlange ringelt sich zufrieden von dannen. Ihre roten Augen verglühn.. im Schatten, in den Tiefen, beheimatet, im Tempel der Erinnerung. D as Erwachen Das Leben ist wie ein Meer, ein bittersüßes Treiben der Wellen, die dich wiegen und werfen, dich ertränken um dich neu zu gebären. Manchmal, da ist es nichts weiter als ein sanftes Spiel auf der Oberfläche und was auch immer passiert, ob du weinst oder lachst, was auch beginnt und endet, dein Herz schlägt tief im Ozean, dort, wo kein Sturm hinreicht, kein Sonnenstrahl hinfindet Schlag um Schlag gefüllt mit deinen innigsten Wünschen und Geheimnissen, um die du manchmal selbst nicht weißt und manchmal da passiert es und eine Welle stößt dich in diese Tiefe hinab. Ein Sonnenstrahl findet den Weg dorthin und erleuchtet dir diese kleine Welt zur zauberhaftesten Wahrheit, traumhaft, schmerzhaft schön und das tägliche Spiel an der Oberfläche ist verblasst wie ein nichtiger Traum der Nacht, der ins Vergessen fällt. Und du fängst an die Welle, die dich warf, die Hand, die die deine streichelte und mit ihrer Berührung erst zu einer wirklichen Berührung öffnete zu lieben D ie blaue Blume Als ich dann da lag, des Nachts, das Gras im Rücken und in den blauschwarzen Himmel schaute, gesät von kleinen, funkelnden Sternen erschien mir ein Bild vorm inneren Auge. Ein seltsam schönes von eben jener Blume. Als schimmere sie mir in der Aura eines seelenverwandten Wesens. Wenn du sie im andern entdeckst, erkennst du sein Wesen und darin auch dich selbst. Blauleuchtend, ein Leuchten, dass die Blüten einander schenken, die Zartheit ihrer Gestalt, das dem feinen Sinn schmeichelt, der Duft, der aus ihrer Mitte entströmt und der dich an das erinnert, was du liebst. Ein Stück Heimat, verborgen hinter blauen Blütenblättern, dass dich aufnimmt, wenn sie sich öffnen seis auch nur für einen Augenblick. Und ich sah die blauen Blumen wie ein Sternbild am Himmel, vom Herzen gemalt. Auch zwischen ihnen kann man Bande ziehn, wies mit den Sternen geschieht, auf dass sie Sternzeichen werden. Nur dass diese Bande die Verbindung im wahren Leben symbolisieren auf dass Freunde aus ihnen werden. „Manche Freundschaften werden im Himmel geschlossen und auf Erden gelebt“ I n Morpheus Armen Auf den Flügeln der Nacht schwingen sich die Träume in die Dunkelheit, die Menschen in die Welt der Farben hinter ihren Augen zu tragen. Ein leises Flüstern wie ein Gebet Flügelschlag um Flügelschlag Auf der Reise ins Herz. Ein Gesang des Vergessens Für eine Wiedergeburt Jenseits aller Grenzen W eil ich dich liebe. Blausilbern thront die Mondin, zwischen erbleichten Sternen, die erstaunt vergessen haben zu funkeln. Eine Träne versteckt sich in Augenwinkeln. Ich schmieg mich in dein dunkles Haar, schweig tief: Ich liebe dich. Ein in Wärme getauchter Mantel deiner unzähligen Kopfkinder: Ich wickle sie um meine Finger, im zärtlichen Spiel leiser Lust. Atme deiner Wärme hinterher, die sich in den Haarspitzen verliert, deinem Geruch, der sich heiß in meinem Herzen verfängt: Der heimatvolle Duft folgt deinem schwindenden Schatten. Ich lass ihn ziehn, lass dich gehen. Bebenden Herzens, verlautenden Schritts. In die Nacht, die lautlos singend von Freiheit und fernem Lebend tönt. Und flüstre leis: ...weil ich dich liebe. A ugen aus Feuer und Wasser Das Verlangen umschlingt die Wolken und presst die Seele aus ihnen heraus. Das Silberblau des Himmels fließt hinab sich in das Goldbraun der Erde zu versenken, sehnsuchtsvoll bis an ihr Herz zu dringen, das brodelt und kocht vor dunkler ungezähmter, Energien. Ein glutrotes Meer, das pocht im Herzschlag des Lebens, in der Mitte des Seins. Doch niemals- nie Wird es in seine Tiefen dringen. Es erlischt vor dem warmen Feld seiner Farben, v-erblasst feuchter Lebensatem, der in seiner Mitte verdampft. Ohne einen Hauch zu hinterlassen. Die blauen Augen des Himmels, die braunen der Erde. Augen aus Feuer und Wasser, die ewig ineinander sehn und vergehn... M ondblüte Weißsilbernes Leuchten fällt in die Nacht und in den Traum. Kleine Sterne samengleich in den Himmel gestreut. Und Sternschnuppen als Feuerwerk der Wünsche. Eine Blütezeit für die Farben hinter euren Augen. B laue Sinne Überirdischer Glanz scheint in den Tag, bis in den Abend hinein, frühdunkelnd, kühle Winde entfachen einen Tanz der Blätter, der zum Träumen einlädt und ich gedenk der Menschen die mir sind, tief und treu wie das immer wiederkehrende Meer. Und ich träum von einer blauen Blume Im blauen Himmel der Unerreichbarkeit. Mein Herz schlägt in ihm und er ist in mir. Blaue Tränen weine ich, und jede mir kostbarer, als ein Lächeln, dass ihn nicht spiegeln kann. Ein Meer mag ich weinen, Wellen voll Leid und Überschwang und sein blaues Rauschen soll von ihm nur flüstern. Stundenlang. T anz des Vergessens Schatten an Schatten sich schmiegt im trauten Tanz des Vergessens, verschmelzend zu einer Nacht, einem Mantel aus Dunkel, der das Land und all jene umfängt, die ihre Tiefe suchen... die auf ihre Stille lauschen, um sie mit der Melodie ihres Herzens zu füllen. Zu ihr mögen die Schatten tanzen. Und die Seele mit ihnen. Alles mag eins werden, dort, wo das Aug keine Grenzen mehr sieht. V ergänglichkeit Die Zeit schlägt Wunden in altes Mauerwerk, Steine fallen, bröckeln in ihrem Angesicht. Doch fühle die Wärme, die sie speichern... Die Sonne hat sie ihnen geschenkt, um an das Feuer, das einst hinter ihnen brannte, zu erinnern. So lausche den Gesängen der Vögel. Sie singen zu den längst vergessenen Liedern, die einst hinter den Mauern gespielt wurden. Die Wolken werfen weiße Strahlen auf die Erde hinab, als wollten sich kleine Himmelswesen daran herabseilen, um alsbald mit den Flammen der untergehenden Sonne am Horizont zu tanzen.... um alsbald mit ihnen zu versinken... und mit dem letzten Funken Licht auch der Tag. Ein neuer mag aus ihm erwachen und neues Licht auf neues Leben werfen. Doch auch die jüngste Blume, die sich ihm entgegenreckt, ist nur dem Samen eines Samens... eines Samens.. eines Samens.. eines Samens.. entschlüpft, den es schon vor Urzeiten gab. Ein Kindeskind jener Blumen, die es schon gab, als in den Mauern noch Leben herrschte. S onnenkinder Die Sonne wirft Labyrinthe aus Licht und Schatten auf wild blühende Wiesen, zeichnet verschlungene Sehnsuchtspfade, tanzende Lichterwesen und dunkle Gedankenriesen. Die Winde, die Melodien der Stille durch die sich wiegenden Blumenmeere wehen, spielen mit dem flammendem Mohn, den Sonnenkindern, die im eignen Feuer vergehen. L ebensbilder Erinnerungen werden zu Bildern, im Rahmen ihres Gefühls. Erinnerungsbilder, die man stapeln und wegstellen und wieder abrufen kann. Doch sie wachsen nicht mehr, kein Pinsel der Seele, kein Traum, kein Gedanke kann mehr Farben darauf tupfen. Sie würde erstarren, herab bröckeln, noch ehe sie die Leinwand berühren. Das Bild ist fertig. Doch des Künstlers Hände bleiben niemals ruhig. Die Seele fließt in jeden Finger: Für jeden Finger ein anderes Gefühl. Gefühle, die zerschmelzen, verschmelzen, zu Farben werden, sich in einem Bild vereinigen wollen. Leben. In einem Bild des Lebens. So beben die Finger. Erbeben im vorherrschenden Gefühl der Sehnsucht, von ihrem unwiderstehlichen Drang gezogen. Sie tasten sich leis, scheu, aber stetig voran suchend nach der verloren gegangen Poesie, suchend nach Farben, Farben des Lebens. Die Augen werden wieder wach, sie zu schauen, erheben ihren Blick aus dem Herzen in die Welt sie neu zu entdecken... und ein neues Bild, das gemalt werden will. I n Feuer und Wasser Ein Feuer, das vom Herzen in die Augen steigt Das ist Verliebtheit. In einen Menschen, der es weckt, in einen Augenblick und in die Welt, die man mit dem Feuer in den Augen betrachtet. Ein Wasser, das von den Augen in die Seele fließt Das ist die Tiefe, die nach anderen Untiefen verlangt. Das ist Leidenschaft. Man öffnet sich und man kann sich bis ins Innerste öffnen, weil es schön ist, was hereinströmt, auch der Schmerz Dann kann man anfangen zu lieben... oder auch nicht. Es stehen zwei Tore, am Anbeginn Und das Feuer leuchtet den Weg. Man kann ihn beschreiten sich dem andern hingeben Und die beiden Welten hinter den Toren miteinander verknüpfen, bis man die Tore fast vergisst. Man kann stehnbleiben. Und die Tore bleiben be-stehen. Als schweigendes Zeichen der Verbundenheit. Auch wenn das Feuer irgendwann verblasst und kein Weg mehr scheint. So scheint Erinnerung. M usik der Seele Liebe ist wie Musik für die Seele. So magisch und schön. Und doch so kraftvoll wie es kein irdisches Lied es sein kann. Ein Lied berührt ein Herz, doch verbinden sich zwei Herzen spielen sie selbst die Melodie in vereinter Kraft aus den Tiefen und Toren der Seele, die erst der andere in ihnen entdeckt und geöffnet hat. D em Himmel entgegen Ich trinke Worte von Deinem Mund Sie perlen hinab Tief in ihren Grund Vertrauen wächst Zart wie sich die Blume der Sonne entgegenstreckt Blatt für Blatt sich auseinander schmiegt in tiefem Rot Ihr entgegen lodernd, sie zu umfangen Ihr Innerstes entblößend , ihre Zartheit Ihr Herz pochend Einem Himmel entgegen In dem es mit ihr vereint sein will Es brennt in ihr Sie atmet Wasser von deinen Lippen Wandelt es in das Feuer, in dem sie erleuchtet Von dem Wasser für das Wasser Von der Sonne für die Sonne Erblüht sie Dornen zeigend Schön und schmerzend Versteckt sich im Winter Verschließt sich Verbirgt sich Fernab Auch wenn sie nah ist Hütet das Geheimnis ihres Seins hinter braunen Blättern Die leer geworden sind wirft sie ab, um sich neu zu gebären Im Kreislauf des Lebens Im Kreislauf der Liebe Eins und immer wieder für das Licht Das nicht erlischt... D ie vier Elemente Spüre den Herzschlag der Erdenwelt, die Leben und Tod in sich vereint hält. Die Kälte des Mondes und die Wärme der Sonne, in stillem Kummer und tiefer Wonne. Spüre das Wasser in Meeren der Liebe sich vereinen Und den Himmel in unsäglicher Trauer weinen. Spüre die Luft in Winden zärtlich die Erde umarmen Und das Feuer in wilden Zorn Flammen schlagen. Und atme ihre Lebenssehnsucht ein... Sei ihr Kind und sie wird Dein!
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